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Frühlingswanderung

Hier im Norden macht der Winter gerade eine angenehm lange Pause. Milde Temperaturen, wenig Regen und hin und wieder sogar beinahe Windstille – das kennen wir hier oben nicht so. Meist beschert uns diese Jahreszeit viel Regen – und dann kann so ein Winterwochenende drinnen manchmal trotz Spielzeug ganz schön öde werden.

Aber dieses Mal ist es anders, der Frühling stattet uns gerade einen Kurzbesuch ab. So konnten wir am Freitagnachmittag sogar eine kleine Wanderung durch Wald und Tierpark einschieben, die uns allen sehr viel Spaß gemacht hat. Vor allem Trinchen ist jedes Mal von Neuem von den Pferden, Ziegen, Enten und den anderen Tieren begeistert und hätte wohl noch Stunden dort bleiben können.

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Die Jungs hatten allerdings bei den Stockenten den meisten Spaß – dort war offensichtlich die Balz in vollem Gange, und sie konnten einige spektakuläre Kämpfe und Verfolgungsjagden der Erpel untereinander beobachten. Der Wissenschaftler kommentierte das Ganze fachmännisch: „So, jetzt ist der andere weg, jetzt kann er das Weibchen heiraten, oder?“. Dank schneller Smartphone-Recherche konnte ich auch mitreden und weiß jetzt, dass die Weibchen im März ihre Eier legen werden und die Küken im April schlüpfen. Ich musste Trinchen versprechen, dass wir die Babys dann besuchen kommen, wenn es soweit ist.

Am Samstag holten wir das per Online-Kleinanzeige erstandene Babybay-Bett ab. Da wir nach dem dritten Kind schon einige Babysachen verkauft hatten, war dies neben dem Stubenwagen schon die zweite Neuanschaffung für Nummer Vier, und es macht jedes Mal mehr Spaß. Mittlerweile habe ich auch hin und wieder das Gefühl, dass ich die kleine Maus vielleicht schon spüren kann, aber richtig sicher bin ich mir noch nicht. Auf der Rückfahrt diskutierten Papa und ich fleißig Namensideen, aber da werden wir wohl noch eine Weile weiterdenken müssen. Mädchennamen hätten wir schon einen, aber für einen dritten Jungen müssten wir wohl noch seeeeeeehr lange in uns gehen. Mal sehen, was der nächste Ultraschalltermin dann verrät!

Abends war ich mit vier Freundinnen in „Schwanensee“. Ein Traum! Diese Körperbeherrschung, diese Anmut, diese Eleganz… alles Dinge, die mir ein wenig abgehen, hihi. Aber ungelogen, es war eine wunderschöne Aufführung und ich habe sie sehr genossen – obwohl die Dame mittleren Alters neben mir die ganze Zeit lang Fritt-Kaustreifen Erdbeer vertilgte, deren Geruch mich die ganze Zeit umwehte. Vielleicht hatte sie das Ballett ja mit Kino verwechselt?
Meine Mädels hatte ich etliche Wochen schon nicht mehr getroffen, und so war dieser Abend auch die Gelegenheit, ihnen von der Schwangerschaft zu erzählen. Ich hatte ja halb erwartet, dass sie bei dem Fakt „Viertes Kind“ aus allen Wolken fallen (sie haben alle ein oder zwei Kinder und wollen auch nicht mehr), und sie meinen Mann und mich für verrückt erklären. Aber das taten sie glücklicherweise nicht. 🙂

Heute kam dann das Winter-Regenwetter mit voller Macht zurück. Leider musste Papa nach einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück arbeiten gehen, so dass die Kids und ich uns einen faulen Tag zuhause gönnten (das heißt ich gönnte ihn mir, denn auf alle Mann anziehen und in einer Regenpause rausstürzen hatte ich auch keine Lust). Nach dem Trubel der Woche fanden die Kinder das aber ganz schön. Erst die Sendung mit der Maus, dann zogen sich die Jungs wie in letzter Zeit oft gemeinsam in ihr Spielzimmer zurück und versanken in der Welt von Drachen, Tieren und Naschi-Bergen.

Trinchen und ich spielten eine Weile Playmobil, und danach beschäftigte die Maus sich selbst:

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Danach war offensichtlich ein Garderobenwechsel fällig, denn unsere kleine Trendsetterin verschwand in ihr Zimmer, wechselte die Hose und kam mit einer Ganzkörper-Pünktchen-Kombo zurück:

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Ich hoffe ihr hattet auch ein schönes Wochenende!

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Kuschelzeit am Winterwochenende

Heute ist das erste richtig kalte Winterwochenende bei uns im Norden, aber zum Leidwesen der Kinder reicht der Schnee noch nicht zum Schlittenfahren oder Schneemannbauen. Bei minus acht Grad und starkem Wind haben wir es auch nur einen kurzen Spaziergang lang draußen ausgehalten, seitdem ist der Ofen an und wir genießen den Rest des Tages daheim. Nach dem Trubel der Woche mit vielen Terminen, Spielverabredungen und der üblichen Kindergarten-Schule-Sport-Musik-Arzt-Logistik tut das uns allen gut.

Winterwochenenden mit kleinen Kindern haben ja immer ein gewisses Risikopotenzial. So ein Tag ohne Kindergarten kann manchmal gaaaaanz schön lang werden, vor allem als die Kinder kleiner waren und ständig von uns beschäftigt werden wollten, während wir Eltern uns auch mal nach Ruhe und einem guten Buch auf der Couch sehnten. Dass Papa auch öfter am Wochenende arbeiten musste, hat das Ganze nicht einfacher gemacht. Manchmal war es mit zwei Kleinkindern und einem kleinen Säugling schon eine riesengroße Herausforderung, eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu bringen. Und während ich das Trinchen stillte, konnte ich mich eigentlich darauf verlassen, dass die großen Brüder in der Zeit eben NICHT lieb spielten, sondern sich entweder stritten oder ihre Legosteine im ganzen Haus verteilten.

Mittlerweile ist alles viel, viel leichter geworden. Den Wissenschaftler und seinen Bruder habe ich jetzt schon fast zwei Stunden nicht mehr gesehen. Sie sind nach dem Mittagessen in einem Kinderzimmer verschwunden und spielen dort mit ihren Schleich-Tieren, die zwischen „großen Naschi-Bergen“ (ihren gefalteten Bettdecken) Abenteuer mit Dinosauriern, Raumschiffen und Drachen erleben.

Das Trinchen sitzt an mich gekuschelt auf dem Sofa und blättert zum hundertsten Mal in ihrem aktuellen Lieblingsbuch, dem Fotoband „Ein Kind entsteht“ mit wunderschönen Bildern der Entwicklung eines Kindes im Mutterleib. Fast jedes Foto kommentiert sie mit „So war ich auch mal, Mama, oder?“

Dabei kribbelt in meinem eigenen Mutterleib schon die Vorfreude: In einer Woche wollen wir ihr und ihren Brüdern endlich von dem neuen Geschwisterchen erzählen, das nun seit fast zwölf Wochen in meinem Bauch heranwächst. Donnerstag habe ich noch einmal einen Ultraschalltermin bei meiner Frauenärztin, und abends kommt er dann, der große Moment. Obwohl es unser viertes Kind sein wird, ist es für uns trotzdem etwas Besonderes, denn beim zweiten und dritten Kind waren die älteren Geschwister jeweils entweder zu jung oder zu uninteressiert, um die Schwangerschaft wirklich zu verstehen.

Dieses Mal ist es anders. Der Wissenschaftler wird schon bald acht Jahre alt und antwortete letztens auf die Frage, ob er gerne noch weitere Geschwister hätte:„Wäre doch cool, wenn wir mehr Kinder in der Familie sind, dann hätten wir ja auch mehr Spielkameraden zuhause, Mama“. Herr Mittelpunkt wünscht sich schon seit langem „noch zwei Schwestern und einen Bruder, ja?“, und das Trinchen freut sich über ein „echtes Baby“ zu ihrem Geburtstag ganz bestimmt.