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Noro und so

Jetzt hat sie uns wieder, die gute alte Hochphase der winterlichen Krankheiten. Überall um uns herum Schniefnasen, Husten, Hals-Aua – und natürlich die obligatorischen Magen-Darm-Infekte.

Wie ich schrieb, hatte Herr Mittelpunkt bereits Anfang letzter Woche einen kurzen Besuch eines solchen, der aber nur einen Tag währte und kein weiteres Familienmitglied ansteckte. Wir wähnten uns in Sicherheit.

Doch gegen Ende der Woche ging es in Trinchens Kindergarten los: Als ich sie Freitag Morgen in den Kindergarten brachte, kam die Warnung der Erzieherin: etliche Kinder seien nicht gekommen, da an Magen-Darm erkrankt. Auch einige Erzieherinnen waren bereits ausgefallen, Verdacht auf Norovirus. Als sich ein blondgelockter Vierjähriger dann beim Jacke ausziehen auch noch schwungvoll neben uns auf den Flurboden übergab, machten wir doch lieber kehrt, und ich nahm Trinchen unter lautem Geschrei („Ich will aber im Kindergarten bleiben!“) wieder mit nach Hause. Wenn, hatte sie zwar sich sicher schon am Vortag angesteckt, aber in diesem Chaos wollte ich sie auf keinen Fall lassen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil sie aufgrund ihrer Rheumatherapie nun mal immunsupprimiert ist und mir die Erinnerung an den vergangenen Winter noch tief in den Knochen steckte. Da hatte sie innerhalb von zwei Monaten viermal ganz schwere Verläufe solcher Infekte, jeweils begleitet von hohem Fieber. Zweimal folgte darauf jeweils auch prompt eine Gelenkentzündung, die stationär behandelt werden musste. Denn wenn das Immunsystem aufgrund eines Infektes aktiviert ist, besteht bei Trinchen immer das Risiko, dass es sich dann auch gleich wieder gegen ihre Gelenke oder Organe richtet.

Glücklicherweise verlief das Wochenende dann krankheitstechnisch völlig ereignislos, Trinchen hatte sich nicht angesteckt. Aber pünktlich in der Nacht von Sonntag auf Montag begann Herr Mittelpunkt wieder mit seinen Bauchschmerzen, die ihn auch Montag plagten und dann in der Nacht auf heute in mehrmaligem Erbrechen gipfelten. Der zweite Infekt bei ihm innerhalb von einer Woche, aber auch wieder kurz und knackig. Heute ging es ihm wieder blendend…

Ich liebe Februar.

 

 

 

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Vom Alltag direkt ins Chaos

Die Leidenschaften des Mittelpunkts

Mit der Planbarkeit im Alltag ist es mit drei Kindern ja so eine Sache. Trotzdem hatten wir in den letzten Wochen überraschend verlässliche Tage: die Kinder gingen gesund jeden Tag in Kindergarten und Schule, wir hielten alle Verabredungen ein – ein wirklich seltener Zustand für diese Jahreszeit.

Daher ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass es uns nun gestern doch endlich traf. Der Tag begann damit, dass Herr Mittelpunkt am frühen Morgen stöhnend in unser Schlafzimmer kam: „Mein Bauch tut so weh, Mama!“, und sich dann auf den Boden legte, um sich dort sichtlich leidend hin- und herzudrehen. Da die Sache nicht nach Blinddarm aussah (weder Schmerzen beim Loslassen noch eine angespannte Bauchmuskulatur), entschlossen wir uns erst einmal abzuwarten, wie sich das weiter entwickeln würde. Und siehe da, zwei Stunden nach dem Aufstehen war der Spuk vorbei. Eingebildet? Blähungen? Wer weiß. So hatte ich einen ungeplanten netten Vormittag mit meinem Sandwichkind, indem ich meine Pläne (zum Glück „nur“ Haushalt) über Bord warf und mit ihm Brettspiele und Playmobil spielte.

Der Friede währte aber nicht lang. Kurz vor Mittag klingelte das Telefon: Die Grundschulsekretärin bat mich, den Wissenschaftler früher abzuholen. Er sei beim Spielen gestürzt und habe sich die Hand verletzt. Also ab ins Auto, zehn Minuten fahren, Kind abholen. Und ja, der Arme hielt seine rechte Hand ganz steif und klagte über Schmerzen im kleinen Finger. Seltsamerweise war aber vor allem die Handkante ordentlich dick angeschwollen. Schnell noch das Trinchen aus ihrem Kindergarten abholen, dann zurück nach Hause für ein kurzes Mittagessen, bis die Arztpraxen nach der Mittagspause wieder öffnen – so der Plan.

Kaum zuhause, warf sich Herr Mittelpunkt auf einmal auf das Sofa und wand sich vor Bauchschmerzen. Ihm standen vor Schmerz sogar die Tränen in den Augen. Drei Kinder, zwei verschiedene Ärzte – Notruf an Papa. Der kam auch prompt nach Hause, übernahm den Wissenschaftler und fuhr mit ihm zum Orthopäden, während ich mit einem leichenblassen und jammernden Herrn Mittelpunkt und einem glücklicherweise völlig gutgelaunten Trinchen („Heute werde ich nicht gearztet, heute wirst du gearztet!“) ins Auto sprang und die Kinderärztin aufsuchte.

Die Ärztin bestätigte, dass unser Sohn keine Appendizitis hat. Sie schloss auch Scharlach und Lungenentzündung (die beide wohl oft mit heftigem Bauchweh einhergehen können) aus und tippte dann auf einen atypisch verlaufenen Magen-Darm-Infekt. Und siehe da: Kaum hatten wir uns verabschiedet und das Untersuchungszimmer verlassen, da rannte Herr Mittelpunkt bereits zur Toilette und erbrach sich. In diesem Moment war ich fast froh darüber, denn so wussten wir jetzt wenigstens den Grund für seine Beschwerden. In dieser Form hatte ich unseren guten alten „Bekannten“ Magen-Darm noch nie erlebt, aber man kann ja auch nach fast acht Jahren Muttersein noch Neues lernen!

Kurz danach kehrten auch Papa und der Wissenschaftler zurück: Nichts gebrochen, Hand bitte etwas schonen, zwei Wochen keinen Sport. Wie eigentlich fast immer, wenn man nach Unfällen einen Arzt aufsucht… eigentlich wär’s nicht nötig gewesen, aber wie soll man das vorher wissen…

Leider wirkten die von der Ärztin verschriebenen krampflösenden Tabletten bei Herrn Mittelpunkt gar nicht, so dass ich ihm mit Paracetamol helfen musste. Er hatte dann einen echt üblen Nachmittag, schlief aber die ganze Nacht durch und war heute Morgen wieder fit wie ein Turnschuh. Natürlich behielt ich ihn trotzdem zuhause und musste dafür mein ersehntes erstes Treffen mit meiner Beleghebamme verschieben…. Stattdessen also noch ein paar Runden Playmobildrachen, Diebe und Polizisten.

Dank der abgesagten Aktivitäten für heute hatten wir aber stattdessen einen ruhigen und sonnigen Nachmittag im Garten.

Nun hoffe ich sehr, dass sich keiner angesteckt hat…