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Noro und so

Jetzt hat sie uns wieder, die gute alte Hochphase der winterlichen Krankheiten. Überall um uns herum Schniefnasen, Husten, Hals-Aua – und natürlich die obligatorischen Magen-Darm-Infekte.

Wie ich schrieb, hatte Herr Mittelpunkt bereits Anfang letzter Woche einen kurzen Besuch eines solchen, der aber nur einen Tag währte und kein weiteres Familienmitglied ansteckte. Wir wähnten uns in Sicherheit.

Doch gegen Ende der Woche ging es in Trinchens Kindergarten los: Als ich sie Freitag Morgen in den Kindergarten brachte, kam die Warnung der Erzieherin: etliche Kinder seien nicht gekommen, da an Magen-Darm erkrankt. Auch einige Erzieherinnen waren bereits ausgefallen, Verdacht auf Norovirus. Als sich ein blondgelockter Vierjähriger dann beim Jacke ausziehen auch noch schwungvoll neben uns auf den Flurboden übergab, machten wir doch lieber kehrt, und ich nahm Trinchen unter lautem Geschrei („Ich will aber im Kindergarten bleiben!“) wieder mit nach Hause. Wenn, hatte sie zwar sich sicher schon am Vortag angesteckt, aber in diesem Chaos wollte ich sie auf keinen Fall lassen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil sie aufgrund ihrer Rheumatherapie nun mal immunsupprimiert ist und mir die Erinnerung an den vergangenen Winter noch tief in den Knochen steckte. Da hatte sie innerhalb von zwei Monaten viermal ganz schwere Verläufe solcher Infekte, jeweils begleitet von hohem Fieber. Zweimal folgte darauf jeweils auch prompt eine Gelenkentzündung, die stationär behandelt werden musste. Denn wenn das Immunsystem aufgrund eines Infektes aktiviert ist, besteht bei Trinchen immer das Risiko, dass es sich dann auch gleich wieder gegen ihre Gelenke oder Organe richtet.

Glücklicherweise verlief das Wochenende dann krankheitstechnisch völlig ereignislos, Trinchen hatte sich nicht angesteckt. Aber pünktlich in der Nacht von Sonntag auf Montag begann Herr Mittelpunkt wieder mit seinen Bauchschmerzen, die ihn auch Montag plagten und dann in der Nacht auf heute in mehrmaligem Erbrechen gipfelten. Der zweite Infekt bei ihm innerhalb von einer Woche, aber auch wieder kurz und knackig. Heute ging es ihm wieder blendend…

Ich liebe Februar.

 

 

 

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Frühlingswanderung

Hier im Norden macht der Winter gerade eine angenehm lange Pause. Milde Temperaturen, wenig Regen und hin und wieder sogar beinahe Windstille – das kennen wir hier oben nicht so. Meist beschert uns diese Jahreszeit viel Regen – und dann kann so ein Winterwochenende drinnen manchmal trotz Spielzeug ganz schön öde werden.

Aber dieses Mal ist es anders, der Frühling stattet uns gerade einen Kurzbesuch ab. So konnten wir am Freitagnachmittag sogar eine kleine Wanderung durch Wald und Tierpark einschieben, die uns allen sehr viel Spaß gemacht hat. Vor allem Trinchen ist jedes Mal von Neuem von den Pferden, Ziegen, Enten und den anderen Tieren begeistert und hätte wohl noch Stunden dort bleiben können.

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Die Jungs hatten allerdings bei den Stockenten den meisten Spaß – dort war offensichtlich die Balz in vollem Gange, und sie konnten einige spektakuläre Kämpfe und Verfolgungsjagden der Erpel untereinander beobachten. Der Wissenschaftler kommentierte das Ganze fachmännisch: „So, jetzt ist der andere weg, jetzt kann er das Weibchen heiraten, oder?“. Dank schneller Smartphone-Recherche konnte ich auch mitreden und weiß jetzt, dass die Weibchen im März ihre Eier legen werden und die Küken im April schlüpfen. Ich musste Trinchen versprechen, dass wir die Babys dann besuchen kommen, wenn es soweit ist.

Am Samstag holten wir das per Online-Kleinanzeige erstandene Babybay-Bett ab. Da wir nach dem dritten Kind schon einige Babysachen verkauft hatten, war dies neben dem Stubenwagen schon die zweite Neuanschaffung für Nummer Vier, und es macht jedes Mal mehr Spaß. Mittlerweile habe ich auch hin und wieder das Gefühl, dass ich die kleine Maus vielleicht schon spüren kann, aber richtig sicher bin ich mir noch nicht. Auf der Rückfahrt diskutierten Papa und ich fleißig Namensideen, aber da werden wir wohl noch eine Weile weiterdenken müssen. Mädchennamen hätten wir schon einen, aber für einen dritten Jungen müssten wir wohl noch seeeeeeehr lange in uns gehen. Mal sehen, was der nächste Ultraschalltermin dann verrät!

Abends war ich mit vier Freundinnen in „Schwanensee“. Ein Traum! Diese Körperbeherrschung, diese Anmut, diese Eleganz… alles Dinge, die mir ein wenig abgehen, hihi. Aber ungelogen, es war eine wunderschöne Aufführung und ich habe sie sehr genossen – obwohl die Dame mittleren Alters neben mir die ganze Zeit lang Fritt-Kaustreifen Erdbeer vertilgte, deren Geruch mich die ganze Zeit umwehte. Vielleicht hatte sie das Ballett ja mit Kino verwechselt?
Meine Mädels hatte ich etliche Wochen schon nicht mehr getroffen, und so war dieser Abend auch die Gelegenheit, ihnen von der Schwangerschaft zu erzählen. Ich hatte ja halb erwartet, dass sie bei dem Fakt „Viertes Kind“ aus allen Wolken fallen (sie haben alle ein oder zwei Kinder und wollen auch nicht mehr), und sie meinen Mann und mich für verrückt erklären. Aber das taten sie glücklicherweise nicht. 🙂

Heute kam dann das Winter-Regenwetter mit voller Macht zurück. Leider musste Papa nach einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück arbeiten gehen, so dass die Kids und ich uns einen faulen Tag zuhause gönnten (das heißt ich gönnte ihn mir, denn auf alle Mann anziehen und in einer Regenpause rausstürzen hatte ich auch keine Lust). Nach dem Trubel der Woche fanden die Kinder das aber ganz schön. Erst die Sendung mit der Maus, dann zogen sich die Jungs wie in letzter Zeit oft gemeinsam in ihr Spielzimmer zurück und versanken in der Welt von Drachen, Tieren und Naschi-Bergen.

Trinchen und ich spielten eine Weile Playmobil, und danach beschäftigte die Maus sich selbst:

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Danach war offensichtlich ein Garderobenwechsel fällig, denn unsere kleine Trendsetterin verschwand in ihr Zimmer, wechselte die Hose und kam mit einer Ganzkörper-Pünktchen-Kombo zurück:

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Ich hoffe ihr hattet auch ein schönes Wochenende!

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Liebster Award

Was das Bloggen angeht, bin ich ja noch absolute Anfängerin. Daher sagte mir auch der Begriff „Liebster Award“ zunächst nicht viel, der seit neuestem in einigen von mir gelesenen Blogs erschien. Umso erfreuter und überraschter war ich aber, dass Drachenkatz von Aus 2 mach 3 netterweise an mich gedacht hat und mich ebenfalls für diesen Award nominierte. Vielen lieben Dank dafür! Neue Leser kann ich wirklich noch dringend gebrauchen 🙂

Dieser Award ist ein schöner Weg, neue und (noch) weniger bekannte Blogs kennenzulernen. Davon habe ich heute schon beim Lesen anderer Nominierter Gebrauch gemacht. Und gerne mache ich meinerseits mit und nominiere fleißig weiter! Daneben ist es auch nett, mal wenig über mich selbst erzählen.

Zunächst einmal die Spielregeln:

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1. Verlinkt die Person, die Euch verlinkt hat.

2. Beantwortet die 11 Fragen, die Ihr ganz unten findet.

3. Findet 11 Blogger, die unter 200 Follower haben und nominiert sie.

4. Denkt Euch 11 neue Fragen für diese Blogger aus.

1. Was war für dich das bisher schönste Ereignis in Bezug auf Kinder im Allgemeinen?
Hmm… spontan würde ich natürlich die Geburten meiner Kinder nennen, aber die Frage bezieht sich ja auf Kinder im Allgemeinen. Da müsste ich weiter in der Vergangenheit graben, viel weiter, so ungefähr bis zu meinem 15. Lebensjahr. Da wurde nämlich meine kleine Nichte geboren, zu deren Eltern ich ein sehr enges Verhältnis habe. Dieses Kind aufwachsen zu sehen, es beim Entdecken der Welt zu begleiten und mit ihr zum ersten Mal wieder Dinge mit Kinderaugen zu betrachten, war für mich einmalig schön und hat mich darin bestärkt, später selbst Kinder haben zu wollen.

2. Welche 5 wichtigen Tipps würdest du einer erstmals Schwangeren geben?
Tipp 1: Ruhe bewahren. Lass dich nicht von der Fülle von Informationen, was gut und schlecht für Schwangere ist, überfluten. In keinem anderen Lebensbereich als der Elternschaft gibt es so eine Fülle von Menschen, die Dinge besser wissen als du und die dir auch gerne ungefragt Ratschläge geben.
Tipp 2: Sei stolz auf deinen Körper. In ihm wächst nun ein ganz neuer Mensch heran. Euer Kind. Und ohne dass du irgend etwas bewusst steuern musst, gibt dein Körper diesem Kind alles, was es braucht, um in Ruhe wachsen zu können. Ist das nicht ein riesengroßes Wunder?
Tipp 3: Lass dich auf deine Gefühle ein. Eine Schwangerschaft ist ein großes Glück, du bist jetzt „guter Hoffnung“. Aber gleichzeitig kreisen die Gedanken darum, wie sehr dieses erste Kind nun dein Leben verändern wird. Wie wird der Alltag, wann arbeite ich wieder, kann ich eine gute Mutter sein? Es ist normal, Zweifel zu haben. Oder einfach Angst vor dieser großen Veränderung. Lass sie zu, und akzeptiere auch die negativen Gedanken. Eine Schwangerschaft dauert lange und bietet genug Zeit, dich vorzubereiten. Du wirst sehen, bald überwiegt (wieder) die Vorfreude.
Tipp 4: Schaffe dir ein Mütter-Netzwerk. Falls du noch nicht viele Freundinnen mit Babys hast (vielleicht weil du die erste bist, was Familiengründung angeht), besuche neben dem Geburtsvorbereitungskurs auch einen oder zwei andere Kurse nur für werdende Mütter, wie Schwangeren-Yoga oder -Fitness. Hier sind größtenteils Erstmamas zu finden (weil die noch Zeit für sowas haben, *höhö*), die alle auf der Suche nach Austausch und neuen Kontakten sind.
Tipp 5: Macht noch einmal einen entspannten Urlaub zu zweit!

3. Wer oder was inspiriert dich?
Der Kontakt mit freundlichen, ehrlichen, hilfsbereiten und mitfühlenden Menschen. Ein nettes Gespräch mit Zufallsbekanntschaften im Zug. Der rücksichtsvolle Autofahrer, der für meine Kinder auch ohne Zebrastreifen anhält. Der nette Schornsteinfeger, der nach getaner Pflicht ganz ohne Zusatzkosten mal eben unser neues Ofenrohr zusägt und einbaut. Menschen, die mich zum Lächeln bringen und mich damit selbst zu einem netteren Menschen werden lassen.

4. Wenn du jemand anderer sein könntest, wer wäre das?
Ich würde zwar gerne einiges an mir ändern oder verbessern – aber jemand anderer möchte ich nicht sein. Dafür mag ich mein Leben viel zu sehr.

5. Kaffee oder Tee (und wie bzw. welcher)?
Beides. Morgens geht nur Kaffee mit Milch oder Latte Macchiato. Nachmittags gerne auch mal einen Tee, am liebsten (da bin ich noch ganz Kind) Früchtetee.

6. Wie lautet dein ganz großer Traum?
Dass wir gesund bleiben und sehr alt werden, damit wir unsere Kinder noch sehr lange beim Großwerden begleiten können, unsere Enkelkinder kuscheln können und vor allem noch so einige Fernreisen zu zweit unternehmen dürfen, wenn die Kids groß sind 🙂 Hab da etliche Traumziele auf der Liste!

7. Auf welches Ereignis in diesem Jahr freust du dich ganz besonders?
Auf die Geburt unseres vierten Kindes im August. Darauf, wieder ein kleines, neu geborenes Baby im Arm halten, kuscheln, riechen und stillen zu dürfen und noch ein viertes Mal zu bewundern, wie sie groß werden.

8. Was ist dir am Essen besonders wichtig?
Dass wir als Familie gemeinsam essen und Mahlzeiten nicht zwischen Tür und Angel passieren. Und natürlich die ewige Suche nach dem ultimativen Trick, wie ich alle Kinder gleichzeitig zu gesundem Essen motivieren kann.

9. Wonach bist du süchtig?
Nach kleinen Fluchten für mich. Ich liebe meine Familie über alles, aber ich brauche auch Auszeiten für mich selbst. Mal beim Sport, beim Musikunterricht oder einfach mit einem Buch. Ganz ohne Input von anderen. Sonst werde ich irgendwann unleidlich.

10. Wobei warst du zuletzt mutig?
Als ich vor vier Wochen (wissend, dass ich schwanger bin) einen Skiurlaub zu Weihnachten 2014 für unsere Familie gebucht habe – mit drei Kindern von drei bis acht Jahren und dazu noch einem vier Monate alten Säugling! Nein, ich selbst werde als Stillmama mit Baby wohl kaum Skilaufen, aber für die anderen soll es eine schöne Zeit werden. Eine gute Reiserücktrittsversicherung haben wir jedenfalls 😉

11. Welche ist deine absolute Lieblingsserie?
Da muss ich zwei nennen, die unterschiedlicher kaum sein können: Zum einen liebe ich die Vampirserie „True Blood“, und zum anderen mag ich auch „Mad Men“ sehr gerne.

Leider weiß ich nicht genau, wo ich außerhalb von WordPress verlässliche Followerzahlen finden kann. Daher hoffe ich, dass die Bedingung „unter 200 Follower“ auf alle meine Nominierungen zutrifft. Aber auch bei größeren Blogs sind die Antworten ja interessant 🙂

The nominees are:

Schmetterlingsfamilie

Kullerkind

Sabienes Traumbilder

Mama tanzt

Engelswelt

Steffs Welt

Moechtegernsbabytagebuch

Aus dem Leben zweier kleiner Chefs

5mal5

Hobsi & Flobsi

Alles glänzt, so schön neu

Ich freue mich auf eure Antworten auf die folgenden Fragen:

1. Was naschst du am liebsten?

2. Welche Bücher hast du in letzter Zeit gelesen, und welche kannst du besonders empfehlen?

3. Gibt es einen besonders glücklichen Moment aus deiner Kindheit, an den du dich immer noch gerne erinnerst?

4. Was hast du in letzter Zeit Neues gelernt – ein Hobby, eine neue Fähigkeit im Job, ein Instrument, oder eine besondere Einsicht?

5. Gibt es etwas, das du gerne lernen möchtest?

6. Welche Jahreszeit magst du am liebsten, und warum?

7. Wenn du dir (unabhängig von Kosten oder Reisedauer) ein Reiseziel aussuchen könntest, welches wäre das?

8. Was bringt dich zum Lachen?

9. Welche Eigenschaft schätzt du an anderen Menschen besonders?

10. Berge oder Meer?

11. Welches ist dein absoluter Lieblingsfilm, und warum?

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Vom Alltag direkt ins Chaos

Die Leidenschaften des Mittelpunkts

Mit der Planbarkeit im Alltag ist es mit drei Kindern ja so eine Sache. Trotzdem hatten wir in den letzten Wochen überraschend verlässliche Tage: die Kinder gingen gesund jeden Tag in Kindergarten und Schule, wir hielten alle Verabredungen ein – ein wirklich seltener Zustand für diese Jahreszeit.

Daher ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass es uns nun gestern doch endlich traf. Der Tag begann damit, dass Herr Mittelpunkt am frühen Morgen stöhnend in unser Schlafzimmer kam: „Mein Bauch tut so weh, Mama!“, und sich dann auf den Boden legte, um sich dort sichtlich leidend hin- und herzudrehen. Da die Sache nicht nach Blinddarm aussah (weder Schmerzen beim Loslassen noch eine angespannte Bauchmuskulatur), entschlossen wir uns erst einmal abzuwarten, wie sich das weiter entwickeln würde. Und siehe da, zwei Stunden nach dem Aufstehen war der Spuk vorbei. Eingebildet? Blähungen? Wer weiß. So hatte ich einen ungeplanten netten Vormittag mit meinem Sandwichkind, indem ich meine Pläne (zum Glück „nur“ Haushalt) über Bord warf und mit ihm Brettspiele und Playmobil spielte.

Der Friede währte aber nicht lang. Kurz vor Mittag klingelte das Telefon: Die Grundschulsekretärin bat mich, den Wissenschaftler früher abzuholen. Er sei beim Spielen gestürzt und habe sich die Hand verletzt. Also ab ins Auto, zehn Minuten fahren, Kind abholen. Und ja, der Arme hielt seine rechte Hand ganz steif und klagte über Schmerzen im kleinen Finger. Seltsamerweise war aber vor allem die Handkante ordentlich dick angeschwollen. Schnell noch das Trinchen aus ihrem Kindergarten abholen, dann zurück nach Hause für ein kurzes Mittagessen, bis die Arztpraxen nach der Mittagspause wieder öffnen – so der Plan.

Kaum zuhause, warf sich Herr Mittelpunkt auf einmal auf das Sofa und wand sich vor Bauchschmerzen. Ihm standen vor Schmerz sogar die Tränen in den Augen. Drei Kinder, zwei verschiedene Ärzte – Notruf an Papa. Der kam auch prompt nach Hause, übernahm den Wissenschaftler und fuhr mit ihm zum Orthopäden, während ich mit einem leichenblassen und jammernden Herrn Mittelpunkt und einem glücklicherweise völlig gutgelaunten Trinchen („Heute werde ich nicht gearztet, heute wirst du gearztet!“) ins Auto sprang und die Kinderärztin aufsuchte.

Die Ärztin bestätigte, dass unser Sohn keine Appendizitis hat. Sie schloss auch Scharlach und Lungenentzündung (die beide wohl oft mit heftigem Bauchweh einhergehen können) aus und tippte dann auf einen atypisch verlaufenen Magen-Darm-Infekt. Und siehe da: Kaum hatten wir uns verabschiedet und das Untersuchungszimmer verlassen, da rannte Herr Mittelpunkt bereits zur Toilette und erbrach sich. In diesem Moment war ich fast froh darüber, denn so wussten wir jetzt wenigstens den Grund für seine Beschwerden. In dieser Form hatte ich unseren guten alten „Bekannten“ Magen-Darm noch nie erlebt, aber man kann ja auch nach fast acht Jahren Muttersein noch Neues lernen!

Kurz danach kehrten auch Papa und der Wissenschaftler zurück: Nichts gebrochen, Hand bitte etwas schonen, zwei Wochen keinen Sport. Wie eigentlich fast immer, wenn man nach Unfällen einen Arzt aufsucht… eigentlich wär’s nicht nötig gewesen, aber wie soll man das vorher wissen…

Leider wirkten die von der Ärztin verschriebenen krampflösenden Tabletten bei Herrn Mittelpunkt gar nicht, so dass ich ihm mit Paracetamol helfen musste. Er hatte dann einen echt üblen Nachmittag, schlief aber die ganze Nacht durch und war heute Morgen wieder fit wie ein Turnschuh. Natürlich behielt ich ihn trotzdem zuhause und musste dafür mein ersehntes erstes Treffen mit meiner Beleghebamme verschieben…. Stattdessen also noch ein paar Runden Playmobildrachen, Diebe und Polizisten.

Dank der abgesagten Aktivitäten für heute hatten wir aber stattdessen einen ruhigen und sonnigen Nachmittag im Garten.

Nun hoffe ich sehr, dass sich keiner angesteckt hat…

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Nummer Vier schafft sich ein Plätzchen

Vier Jahre ist es schon her, dass ich das letzte Mal schwanger war – und so viele Gefühle und Erlebnisse dieser besonderen Lebensphase hatte ich schon vergessen. Umso schöner ist es jetzt, mich wieder darauf einlassen zu dürfen: wie ein neuer, kleiner, werdender Mensch Stück für Stück seinen Platz in unserer Familie findet.

Als ich Anfang Dezember nach nur einem „Versuch“ gleich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt, war ich zunächst einmal geschockt: Aus dem leisen Herzenswunsch, dem unser Verstand viele rationale Argumente entgegengesetzt hatte, war ganz plötzlich und schon beim ersten Versuch Realität geworden. Während sich Papa hoch vier sofort riesig freute, überwogen bei mir zunächst die Sorgen: Werden wir es schaffen, vier Kindern gerecht zu werden? Wie stemmen wir die Alltagslogistik – Kindergarten, Schule, Verabredungen, Sport, Musik, Arzttermine, Krankenhausaufenthalte? Wie machen wir das mit den Kinderzimmern? Brauchen wir ein neues Auto? Schaffen wir es auch mit Ende 30, wieder jahrelang mit wenig wenig Schlaf, dafür aber vielen Windelwechseln zurechtzukommen? Können wir vier Kindern ein schönes Leben ermöglichen?

Wir schienen uns gerade so richtig gut mit drei Kindern eingewöhnt zu haben: Trinchen war, wie man so schön sagt, „aus dem Gröbsten raus“. Seit über einem halben Jahr windelfrei, und erst seit wenigen Monaten eine kleine Durchschläferin. Zieht sich alleine an, keine Wickeltasche mehr, kein Kinderwagen – alles war so einfach geworden. Ich hatte angefangen, mich nach Jobs umzusehen, um nach vier Jahren zuhause langsam wieder einen Einstieg in „richtige Arbeit“ zu finden.

Und jetzt? Mit dem positiven Test in der Hand und der schon Tage später einsetzenden Übelkeit schienen die Gründe, warum wir uns ein viertes Kind gewünscht hatten, erst einmal weit weg gerückt zu sein, überlagert von den Sorgen und unbeantworteten Fragen.

Und dann begann es.

Der erste Ultraschall bei 6+2. Ein kleiner Punkt, nur Millimeter groß, aber mit pochendem Herzchen.

Erster Tag mit Umstandshose bei 9+5. Das letzte Mal hatte ich mich in diese Jeans mit Trinchen-9-Monats-Bauch gezwängt und sie danach sorgsam weggepackt – falls ich sie doch vielleicht noch einmal für eine weitere Schwangerschaft brauche… und jetzt darf ich sie tatsächlich wieder tragen!

Ultraschalltermin mit Papa bei 10+4: Aus dem kleinen Punkt ist ein strampelndes, winkendes, zappelndes, deutlich erkennbares Baby geworden. Unser Baby. Unser kleines Baby!

FA-Termin zum Abschluss des ersten Trimesters bei 12+2: Die kleine Maus ist fast doppelt so groß wie vor zwei Wochen und bewegt sich munter. Ich verlasse die Praxis voller Vorfreude – endlich können wir es den Kindern erzählen! Strahlendes Geschwisterglück.

Der Bauch wächst und rundet sich. Jeden Morgen und Abend liege ich auf dem Sofa und spüre nach Bewegungen, auch wenn es dafür noch zu früh ist. Melde dich, Baby, ich bin so neugierig auf deine kleinen Stupser!

13+3: Gerade noch rechtzeitig telefoniere ich der Empfehlung einer Freundin nach und buche eine Beleghebamme für die Entbindung. Nächste Woche werde ich sie treffen. Entbindung!! Erinnerungen an dreimal Wehen, Pressen und unbeschreibliches Glück werden wach.

13+4: Mein erster Kauf für Baby Nummer Vier: ein Stubenwagen. Leider hatten wir unseren eigenen nach dem dritten Kind verkauft, daher musste ein neuer her. Dem günstigen Angebot einer Online-Kleinanzeige konnte ich nicht widerstehen – jetzt steht ein wunderschöner Wagen in unserem Gästezimmer. Wie in der ersten Schwangerschaft auch schaue ich immer wieder hin – wenn alles gutgeht, wird darin bald unsere Maus liegen!

13+5: Wir sehen mit den Kindern zwei Stunden lang Fotos und Videos aus ihrer Babyzeit an. Wie groß sie geworden sind! Und wie unendlich schön, dass wir, wenn alles gutgeht, diesen Zauber der ersten Zeit noch ein weiteres Mal erleben dürfen!

Und auf einmal ist es wieder passiert.

Ganz leise hat dieser kleine, gerade mal zehn Zentimeter lange Mensch sich schon jetzt sein Plätzchen in unserer Familie geschaffen. Aus Sorge und Schreck in den ersten Schwangerschaftswochen ist zufriedenes Glück und ungeduldige Vorfreude geworden.

Sorgen? Vielleicht irgendwo im Hintergrund. Aber nun eher in der Art, wie man sich immer ein wenig Sorgen um das Wohl seiner Kinder macht, auch wenn sie schon lange auf der Welt sind. Sorgen, dass wir es nicht schaffen könnten – die gibt es nicht mehr.

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WMDEDGT? 2/14 – Tagebuchbloggen die Erste

Für mich ist es das allererste Mal „Tagebuchbloggen“, aber ich finde die Idee von Frau Brüllen total klasse. Also möchte ich mit ein wenig Verspätung anschließen und von meinem gestrigen Tag berichten!

Der 5. Februar 2014 beginnt um 6:25 mit der üblichen Routine: Wir stehen auf, wecken die Kinder, helfen Trinchen beim Anziehen und frühstücken alle gemeinsam. Schul- und Kindergarten-Brotdosen befüllen, Zähne putzen – und heute habe ich Glück, denn Papa übernimmt die Kindergarten-Bring-Logistik, und alle verlassen pünktlich um 8 Uhr das Haus. So habe ich Zeit, mich selbst anzuziehen und ein wenig im Haus aufzuräumen und zu putzen.

Um 10 Uhr kommt ein Maler zur Besichtigung für einen Kostenvoranschlag, da wir unser Treppenhaus streichen lassen möchten und dafür gerade Angebote einholen. Dach klingelt es an der Tür: meine erste Lieferung von Bringmirbio ist angekommen. Ich hatte die „Kunterbunte Kiste L“ bestellt und mich von Inhalt überraschen lassen. Ein bisschen wie Weihnachten, die leckeren Sachen auszupacken: Salat, Möhren, Avocado, Rote Bete, Lauch, Tomaten, Champignons, Weißkohl, Erdnüsse, Äpfel, Birnen, Orangen, Mandarinen… und alles ohne Schleppen und in guter Qualität. Eine echte Erleichterung für mich, denn wir wohnen etwas ländlich – da ist die Auswahl an Bioprodukten in der Nähe nicht ganz so hoch.

Danach geht es für zwei Stunden an den Schreibtisch, ein wenig arbeiten.

Spontan entscheide ich mich, zum Mittagessen gleich zwei der Gemüse aus der Biokiste zu verwerten und koche eine Lauch-Champignon-Pfanne. Da die Kinder heute mittag in den Kitas essen, kann ich meine Portion ganz ohne „Ich mag das aber gar nicht“ genießen – ein seltenes Vergnügen.

Gegen 14 Uhr beginnt die übliche Drei-Kind-Nachmittags-Logistik. Da wir vor einigen Monaten in einen anderen Ortsteil unserer Stadt gezogen sind, die Kinder bis zum Sommer aber noch im alten Ortsteil in Schule und Kindergarten gehen, läuft ohne Auto zurzeit gar nichts… also zehn Minuten fahren bis zu Kindergarten 1, wo Trinchen schon ungeduldig wartet. Sie ist heute zur Geburtstagsfeier einer ihrer kleinen Freundinnen eingeladen und freut sich schon seit Tagen darauf. Wir spazieren gemeinsam vom Kindergarten zum Haus der Freundin, und ich gebe ein strahlendes Mädchen ab.

Da die Sonne so schön scheint, lasse ich das Auto stehen und gehe die 1,5 Kilometer von Kindergarten 1 zu Kindergarten 2 zu Fuß. Dort hole ich Herrn Mittelpunkt ab („Warum kommst du denn so früh? Ich spiele gerade so schön!“). Da der Wissenschaftler heute noch eine Forschergruppe in der Schule besucht, die bis 17 Uhr geht, habe ich heute den Nachmittag alleine mit meinem Sandwichkind. Er wünscht sich einen Besuch in der Bücherei. Und das, obwohl er den Weg mit mir laufen muss. Laufen ist nicht seine Leidenschaft, aber für Bücher und CDs nimmt er die strapaziösen zehn Minuten dorthin auf sich. Wir verbringen über eine Stunde in der Bücherei. Als Kind habe ich die Bibliothek meiner Heimatstadt immer besonders gerne besucht, und ich freue mich jedes Mal, dass meine Kinder sich in dieser typischen nach altem Papier und Staub duftenden Ruhe ebenfalls gerne und lange aufhalten können. Mit einem Stapel Bücher und CDs kuschelt Herr Mittelpunkt sich in einen Sessel, und ich habe Gelegenheit, mir einmal selbst ein paar Bücher auszusuchen.

Gegen 16:30 spazieren wir im Sonnenuntergang zur Grundschule und holen den Wissenschaftler ab, der mir begeistert seine in der Forschergruppe gebastelte Powerpoint-Seite zum Thema „Seeigel“ vor die Nase hält und mir das Versprechen aus dem Kreuz leiert, „bitte bitte heute noch“ Einladungskarten für seine Geburtstagsfeier Anfang März zu kaufen. Also geht es die lange Strecke zurück zu Kindergarten 1 und dem dort geparkten Auto, dann in flotter Fahrt zum lokalen Spiel- und Schreibwarenladen, wo wir neben Einladungskarten auch noch einen Hefter für Herrn Mittelpunkts neu gestarteten Melodika-Unterricht kaufen.

Von dem ganzen Spazieren angenehm erschöpft, fahre ich mit den Jungs nach Hause. Wir haben Glück, heute kommt auch Papa verhältnismäßig früh nach Hause, und wir können um 18 Uhr gemeinsam zu Abend essen. Danach dürfen die Jungs eine Willi-will’s-wissen-DVD aus der Bücherei ansehen, während Papa das Trinchen von der Geburtstagsfeier abholen fährt.

Gegen 19:15 kommt die kleine Maus müde, aber strahlend nach Hause. „Mama, wir haben gespielt! Und gebastelt! Und Kuchen gegessen! Und ich hab eine Tüte mit einem Buch drin!“ Noch ein wenig darf sie das Ende der DVD mit anschauen, dann gehen die Kinder nach oben. Ausziehen, Zähneputzen, eine kleine Gutenachtgeschichte – und heute schlafen alle drei wie auf Knopfdruck ein.

Während Papa noch ein paar berufliche Mails schreibt, nutze ich die Zeit dazu, eine Facebook-Seite für diesen Blog zu erstellen und hoffe, dass sich irgendwann auch mal ein Leser dorthin verirrt 🙂

Doch auch wenn die schlimmste Schwangerschaftsübelkeit mittlerweile vorbei ist, wird mir abends meist immer noch recht flau im Magen, wenn ich müde werde. Das heißt im Klartext: Früh ins Bett. Manchmal zeigt einem der Körper eben ganz deutlich, was er braucht. Sonst bin ich meist eine Nachteule, die abends noch einmal einen Energieschub bekommt und sich meist zwingen muss, nicht zu spät zu Bett zu gehen. Aber seit Beginn der Schwangerschaft fordert der Körper seeeeehr deutlich sein Recht.

13+2 ist geschafft. Noch 26 Wochen und 5 Tage!

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13+0: Wie neugeboren!

Heute ist ein wundervoller Tag: Die Wintersonne scheint in alle Fenster, die Kinder sind alle gesund, wir hatten ein entspanntes Wochenende – aber das ist heute nicht der Grund für meine gute Laune… sondern: meine Schwangerschaftsübelkeit ist weg! Seit langem ist dies der erste Tag, an dem ich zu meinem normalen Energiepegel gefunden habe und endlich mal wieder Lust habe, im Haus zu werkeln und Pläne für die weitere Gestaltung unserer Kinderzimmer zu machen.

In dieser Schwangerschaft hat mich die Übelkeit im Gegensatz zu allen drei vorherigen sehr geplagt. Als ich vor acht Jahren unseren kleinen Wissenschaftler in mir trug, war mir nie schlecht. Zwar war ich müde und hatte andere kleine Zipperlein, aber Übelkeit und Erbrechen kannte ich gar nicht. Bei Herrn Mittelpunkt und dem Trinchen war mir zwar öfters mal flau im Magen gewesen und beim Zähneputzen erbrach ich auch hin und wieder, aber auch das war auszuhalten.

In dieser vierten Schwangerschaft dagegen war mir seit Ende der 5. SSW von morgens bis abends schlecht, abends meist noch schlimmer als in der Frühe. Übergeben musste ich  mich an manchen Tagen gleich mehrfach – und dann alles noch so „organisieren“, dass es die Kinder nicht mitbekamen…

Deswegen könnte ich jetzt echt die Welt umarmen. Ich darf mich nach über acht Wochen endlich wieder „normal“ fühlen, und freue mich total auf den weiteren Verlauf der Schwangerschaft – vor allem darauf, das Mäuschen in ein paar Wochen endlich auch spüren zu dürfen!