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Offline Time

In den letzten Wochen hat sich in meinem Blog leider nicht viel getan. Das lag nicht nur an unserem krankheitsgeschüttelten Familienalltag, sondern auch an einer drastischen Reduzierung der Zeit, die ich täglich online verbringe. Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, dass zwischen Bloggen, Lesen, Facebook etc. etwas zu wenig Zeit für die Familie blieb, und habe mir eine kleine Pause verordnet. So ein neuer Blog und all die zugehörigen Lese- und Kommentieraktivitäten kostet doch ganz schön viel Zeit, die ich an vielen Tagen eigentlich nicht habe. Jetzt habe ich aber das Gefühl, mich etwas besser sortiert zu haben, und möchte euch mal wieder auf den neuesten Stand bringen.

Das Thema Krankheit spare ich dieses Mal aus, denn ansonsten würde es ein megalanger Post werden 🙂 Eigentlich war in den letzten drei Wochen immer mindestens eines der Kinder zuhause, aber damit rechnet man als erfahrene Mama um diese Jahreszeit ja auch. Gerade erholt sich das Trinchen bei einem für sie ganz ungewöhnlichen Mittagsschlaf von einer fünftägigen Fieber-Episode, und ich hoffe, das war es dann auch mal.

Der Wissenschaftler hat eine neue Leidenschaft entdeckt: Handball. Sein kleiner Bruder spielt schon fast ein Jahr, und jetzt ist auch der Große dabei. Und – ganz stolze Mama – muss ich sagen, er macht es gar nicht schlecht. Vor einigen Jahren hatte er sich schon einmal mit Fußball versucht, aber als „Kopfmensch“ klappte es nicht so recht mit den schnellen Reaktionen auf dem Feld, und er verlor bald das Interesse. Umso schöner, dass es jetzt beim Handball prima läuft und er auch bei zwei ersten Turniereinsätzen das eine oder andere Tor werfen konnte!

Herr Mittelpunkt hat sich mittlerweile mit unserem veränderten Essensangebot angefreundet und meckert zumindest nicht mehr bei JEDER Mahlzeit. Tapfer probiert er nun alles, was wir ihm vorsetzen, und isst bei dem einen oder anderen Gemüsegericht sogar mal den Teller leer, wo er ihn vor einigen Monaten noch stehen gelassen hätte. Außerdem ist er besonders stolz, dass er nun eine eigene Ausleihkarte unserer Ortsbücherei besitzt und mit seinem Bruder auch alleine dorthin laufen darf, um sich Bücher und Hörspiele auszuleihen. Ich glaube, die Karte ist ihm zurzeit mehr wert als sein gespartes Taschengeld!

Trinchen war in den letzten Wochen krankheitsbedingt recht viel zuhause, was aber auch schöne Seiten hatte. Wir haben viel Playmobil und Puppen gespielt, Spaziergänge in der Karre unternommen und geredet, geredet, geredet. Eigentlich vergehen tagsüber keine fünf Minuten, ohne dass die Maus etwas zu besprechen hätte. Ich finde dieses Alter gerade herzallerliebst und genieße jede Minute!

Ja, und Nummer Vier wächst und gedeiht auch fleißig! Mittlerweile bin ich in der 22. Schwangerschaftswoche angekommen, mehr als die Hälfte ist damit vorbei. Wahnsinn, wie schnell das geht! Das Outing „Junge“ hat sich beim letzten Ultraschalltermin absolut eindeutig bestätigt, so dass Papa und ich derzeit recht viel über die leidige Namensfrage diskutieren müssen. Einen tollen Mädchennamen hätten wir gehabt. Aber bei Jungs fällt es uns schwer, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Das war auch bei den beiden Großen schon so…

Ich habe das Gefühl, diese vierte Schwangerschaft viel entspannter genießen zu können als die ersten drei. Damals war ich oft sehr ängstlich, ob mit dem Baby wirklich alles in Ordnung ist, und habe mir viel mehr Sorgen gemacht, obwohl es eigentlich nie einen offiziellen Anlass gab. Dieses Mal sehe ich die Dinge lockerer und genieße diese wohl sicher letzte Schwangerschaft…

SSW 21+0. Noch 19 Wochen!

 

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Außer Gefecht.

In der letzten Woche ist es in meinem Blog sehr ruhig gewesen. Das lag aber nicht etwa daran, dass ich das Interesse am Bloggen nach so kurzer Zeit schon wieder verloren hätte, sondern daran, dass uns die spätwinterliche Krankheitswelle jetzt in vollem Umfang erwischt hat.

Nachdem das Trinchen eine ganze Woche lang jeden Tag Fieber hatte, gab es nur wenige Tage Alltagsruhe, bis es mich erwischte. Seit etlichen Tagen habe ich starke Halsschmerzen, gegen die man in der Schwangerschaft praktischerweise ja noch weniger machen kann als sonst schon. Daher habe ich in den letzten Tagen versucht, mich mehr zu schonen und unsere Logistik ein wenig herunterzufahren. Dann lag gestern auch Herr Mittelpunkt mit Erkältung, Fieber und Halsweh flach. Jetzt ist zum Glück Wochenende und Papa hilft mit – sehr erleichternd!

Insofern gibt es auch nicht so viel Spannendes aus unserem Alltag zu erzählen. Höchstens noch, dass unser Trinchen nach ihrer Genesung erst einmal nicht in den Kindergarten zurückkehren konnte, da dieser wegen Personalengpässen gerade nur im Notbetrieb läuft und vor allem die nicht arbeitenden Eltern dringend gebeten wurden, ihre Kinder zuhause zu behalten. Die ersten Tage fand Trinchen das sehr schade und fragte immer wieder, warum ihre Brüder in Schule und Kindergarten (Herr Mittelpunkt geht in eine andere Einrichtung) dürfen und sie nicht, und vermisste ihren Gruppenalltag sehr. Mittlerweile hat sie sich an das Zuhause bleiben gewöhnt. Und das wird sie wohl auch noch eine Weile müssen, denn im Kindergarten ist erst einmal keine Besserung in Sicht…

Naja, immerhin haben die Kinder die frühlingshaften letzten Tage sehr genossen. Die Jungs finden langsam Anschluss an Nachbarskinder, was für sie sehr schön ist. Da sie bis August noch in unserem früheren Ortsteil in Schule und Kindergarten gehen werden, finden sie hier im neuen Wohngebiet auch nur langsam Freunde. Umso schöner, dass nun die Draußen-Spiel-Zeit beginnt, in der andere Kinder an unserer Tür klingeln und nach den Jungs fragen, bzw. die beiden in der Nachbarschaft Freunde besuchen. Es ist so schön, dabei als Mutter einmal NICHT involviert sein zu müssen, denn sonst müssen immer Telefonate mit den anderen Müttern geführt, Verabredungen terminiert und die Kinder entsprechend chauffiert werden. Ich freue mich schon sehr, wenn alle drei ab Sommer hier richtig Wurzeln fassen und wir das Auto an etlichen Tagen endlich wieder stehenlassen können.

Nummer Vier wächst und wächst, was sich mit immer häufigeren und deutlicher spürbaren Tritten bemerkbar macht. Jeden Morgen schlüpft unser Wissenschaftler zu uns ins Bett und legt die Hand auf meinen Bauch, und oft kann auch er schon die leichten Stupser spüren. Manchmal spricht er dann auch ein wenig mit seinem kleinen Bruder da drinnen – total schön.

Noch 21 Wochen und 2 Tage!

 

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Trubel an allen Fronten

In den letzten Tagen war bei uns ordentlich was los: Wir haben zwei Geburtstage gefeiert, vier Kuchen gebacken, das Geschlecht unseres vierten Kindes erfahren, einen kranken Herrn Wissenschaftler gerade rechtzeitig zu seiner Geburtstagsparty wieder gesundgepflegt, einen Tag nach der Party gleich das nächste kranke Kind zuhause behalten und dazu so einige Diskussionen am Esstisch ausgefochten.

Aber der Reihe nach:

Dass unser jüngster Spross wieder ein Sohn wird, hatte ich ja vergangenen Mittwoch schon gepostet. Trinchen nahm diese Nachricht sehr glücklich auf und spricht seitdem nur noch von dem „Junge-Baby“, das in meinem Bauch wächst. An diesem Tag der großen Neuigkeit hatte zudem auch der Papa Geburtstag, dem wir gleich zwei Kuchen backten. Einen vertilgten wir beim gemütlichen Kaffeetrinken, und den anderen durfte er am nächsten Tag seinen Kollegen spendieren.

Schon am Tag vorher war der Wissenschaftler mit Halsschmerzen aus der Schule gekommen. Nachdem gerade überall in der Stadt Scharlach herumgeht, sah ich seine 8. Geburtstagsfeier am Samstag schon den Bach hinuntergehen… aber der junge Mann bekam kein Fieber und die Schmerzen wurden nicht sehr viel schlimmer. Trotzdem behielt ich ihn lieber erst einmal einen Tag zuhause, da sein Rachen ordentlich rot war.

Donnerstag hatte unser Trinchen ihren monatlichen Kontrolltermin bei ihrem Kinderrheumatologen in der Klinik, zu dem ich den Wissenschaftler mitnahm. Trinchens Arzt war nämlich so nett, den jungen Mann auch kurz anzusehen und bestätigte, dass der Hals nicht nach einer behandlungsbedürftigen Streptokokken-Infektion aussah und er am Folgetag gerne wieder in die Schule könne. Trinchen machte die üblichen Untersuchungen (Gelenke auf eingeschränkte Beweglichkeit prüfen, Ultraschall aller Gelenke und danach die obligatorische Blutentnahme) gut gelaunt und tapfer mit. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sie sich vor dem Pieks in den Arm selbst Mut macht. Dieses Mal flüsterte sie mir vorher zu: „Heute weine ich vielleicht mal kurz, ok, Mama?“, blieb danach aber ganz entspannt. Am Abend bekamen wir dann den Anruf, dass ihre Laborwerte zurzeit besser als je zuvor in den letzten Monaten seien, und dass wir das Ibuprofen mal wieder herunterdosieren können auf zwei Gaben täglich statt drei. Jetzt hoffen wir sehr, dass ihre Werte trotzdem gut bleiben und wir vielleicht in einigen Monaten weiter runtergehen können mit den Medikamenten.

Am Freitag wurde gerade noch rechtzeitig das Geburtstagsgeschenk für den Wissenschaftler geliefert – sein neuer Schreibtisch! Das bedeutete für Papa und mich eine Spätschicht nach dem Zubettgehen der Kinder, denn das gute Möbelstück wollte natürlich zusammengebaut werden… Dreieinhalb Stunden und gefühlte 200 Schrauben später war das Werk aber vollbracht.

Samstag war dann Partytag. Vormittags Geburtstagsfrühstück, dann Bescherung, und es mussten auch noch ein Kuchen und Muffins gebacken sowie kleine Mitgebe-Tütchen für die Gäste gepackt werden. Schneller als gedacht war es auch schon Zeit, die Ankommenden willkommen zu heißen. Fünf Jungs hatte der Wissenschaftler eingeladen, dazu natürlich noch seine beiden Geschwister – und auf ging es mit acht Kindern in den Indoorspielplatz. Dort zu feiern, war der sehnlichste Geburtstagswunsch des Wissenschaftlers gewesen. Vor Ort lief dann alles sehr entspannt, die Kids hatten Spaß und es gab keine Verletzungen. Abends dann noch mal eben drei Kinder duschen, und um halb neun fielen wir Eltern zeitgleich mit den Kindern ins Bett.

Sonntag sollte eigentlich ein entspannter Tag werden, aber schon am Vormittag fing das Trinchen leider an zu fiebern. Wahrscheinlich hatte sie sich den Infekt ihres großen Bruders eingefangen. Und da sie immunsupprimiert ist, kam es bei ihr wie so oft etwas heftiger mit ordentlich hoher Temperatur. Die kleine Maus blieb aber gut gelaunt, hatte eine erholsame Nacht, war aber heute morgen schon wieder warm, bis ihre Vormittagsdosis Ibuprofen wirkte. Natürlich blieb sie heute zuhause, genoss das „Kranken-Privileg“ (zwei Runden „Teletubbies“ auf der Couch eingekuschelt) und hielt sogar ausnahmsweise brav einen Mittagsschlaf. Leider hatte sie danach erneut Fieber, so dass sie morgen auch nicht zur heiß ersehnten Kindergarten-Faschingsparty gehen kann. Das tut mir echt Leid für unsere kleine Maus, sie hatte sich so aufs Kostümieren als Fee gefreut… dann müssen wir uns überlegen, wie wir das irgendwie „nachholen“ können.

Jetzt hoffen wir aber erst einmal sehr, dass sie nicht mehr lange weiterfiebert, da hohes Fieber immer wieder ein Risiko für einen Rheumaschub mit sich bringt. Das wäre angesichts der guten Blutwerte von letzter Woche doppelt ärgerlich.

Immerhin haben wir bei der Großbaustelle „Ernährungsumstellung“ ein paar Fortschritte gemacht. Mittlerweile gibt es nicht mehr jeden Tag das gewohnte und von den Kindern heiß geliebte Müsli, sondern auch einmal Obst, Eier in verschiedenen Varianten, getreidefreie Pancakes mit Blaubeeren, milchfreie Smoothies oder andere neue Rezepte. Die meisten kommen einigermaßen gut an. Bei den Hauptmahlzeiten sieht es dagegen sehr wechselhaft aus. Manche Dinge, die die Kinder auch vorher schon gerne mochten, lassen sich ein wenig variieren und werden dann gerne gegessen. Auch in Spaghettiform geschnittene Zucchini konnte ich den dreien letztens als Nudelersatz unterjubeln. Aber bei vielen neuen Gerichten gibt es lange Gesichter und viele Diskussionen. Im Grunde bin ich aber ganz zufrieden mit den Fortschritten – denn auch für mich ist es eine ordentliche Umstellung, soviel mehr in der Küche zu stehen und alles, aber auch alles frisch zu kochen oder zu backen. Keine Nudeln, kein Reis, keine Fertigprodukte, kein Brot oder sonstige Backwaren – das schränkt schon ganz schön ein. Aber es macht auch viel Spaß, neue Gerichte auszuprobieren.

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Frühlingswanderung

Hier im Norden macht der Winter gerade eine angenehm lange Pause. Milde Temperaturen, wenig Regen und hin und wieder sogar beinahe Windstille – das kennen wir hier oben nicht so. Meist beschert uns diese Jahreszeit viel Regen – und dann kann so ein Winterwochenende drinnen manchmal trotz Spielzeug ganz schön öde werden.

Aber dieses Mal ist es anders, der Frühling stattet uns gerade einen Kurzbesuch ab. So konnten wir am Freitagnachmittag sogar eine kleine Wanderung durch Wald und Tierpark einschieben, die uns allen sehr viel Spaß gemacht hat. Vor allem Trinchen ist jedes Mal von Neuem von den Pferden, Ziegen, Enten und den anderen Tieren begeistert und hätte wohl noch Stunden dort bleiben können.

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Die Jungs hatten allerdings bei den Stockenten den meisten Spaß – dort war offensichtlich die Balz in vollem Gange, und sie konnten einige spektakuläre Kämpfe und Verfolgungsjagden der Erpel untereinander beobachten. Der Wissenschaftler kommentierte das Ganze fachmännisch: „So, jetzt ist der andere weg, jetzt kann er das Weibchen heiraten, oder?“. Dank schneller Smartphone-Recherche konnte ich auch mitreden und weiß jetzt, dass die Weibchen im März ihre Eier legen werden und die Küken im April schlüpfen. Ich musste Trinchen versprechen, dass wir die Babys dann besuchen kommen, wenn es soweit ist.

Am Samstag holten wir das per Online-Kleinanzeige erstandene Babybay-Bett ab. Da wir nach dem dritten Kind schon einige Babysachen verkauft hatten, war dies neben dem Stubenwagen schon die zweite Neuanschaffung für Nummer Vier, und es macht jedes Mal mehr Spaß. Mittlerweile habe ich auch hin und wieder das Gefühl, dass ich die kleine Maus vielleicht schon spüren kann, aber richtig sicher bin ich mir noch nicht. Auf der Rückfahrt diskutierten Papa und ich fleißig Namensideen, aber da werden wir wohl noch eine Weile weiterdenken müssen. Mädchennamen hätten wir schon einen, aber für einen dritten Jungen müssten wir wohl noch seeeeeeehr lange in uns gehen. Mal sehen, was der nächste Ultraschalltermin dann verrät!

Abends war ich mit vier Freundinnen in „Schwanensee“. Ein Traum! Diese Körperbeherrschung, diese Anmut, diese Eleganz… alles Dinge, die mir ein wenig abgehen, hihi. Aber ungelogen, es war eine wunderschöne Aufführung und ich habe sie sehr genossen – obwohl die Dame mittleren Alters neben mir die ganze Zeit lang Fritt-Kaustreifen Erdbeer vertilgte, deren Geruch mich die ganze Zeit umwehte. Vielleicht hatte sie das Ballett ja mit Kino verwechselt?
Meine Mädels hatte ich etliche Wochen schon nicht mehr getroffen, und so war dieser Abend auch die Gelegenheit, ihnen von der Schwangerschaft zu erzählen. Ich hatte ja halb erwartet, dass sie bei dem Fakt „Viertes Kind“ aus allen Wolken fallen (sie haben alle ein oder zwei Kinder und wollen auch nicht mehr), und sie meinen Mann und mich für verrückt erklären. Aber das taten sie glücklicherweise nicht. 🙂

Heute kam dann das Winter-Regenwetter mit voller Macht zurück. Leider musste Papa nach einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück arbeiten gehen, so dass die Kids und ich uns einen faulen Tag zuhause gönnten (das heißt ich gönnte ihn mir, denn auf alle Mann anziehen und in einer Regenpause rausstürzen hatte ich auch keine Lust). Nach dem Trubel der Woche fanden die Kinder das aber ganz schön. Erst die Sendung mit der Maus, dann zogen sich die Jungs wie in letzter Zeit oft gemeinsam in ihr Spielzimmer zurück und versanken in der Welt von Drachen, Tieren und Naschi-Bergen.

Trinchen und ich spielten eine Weile Playmobil, und danach beschäftigte die Maus sich selbst:

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Danach war offensichtlich ein Garderobenwechsel fällig, denn unsere kleine Trendsetterin verschwand in ihr Zimmer, wechselte die Hose und kam mit einer Ganzkörper-Pünktchen-Kombo zurück:

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Ich hoffe ihr hattet auch ein schönes Wochenende!

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Vom Alltag direkt ins Chaos

Die Leidenschaften des Mittelpunkts

Mit der Planbarkeit im Alltag ist es mit drei Kindern ja so eine Sache. Trotzdem hatten wir in den letzten Wochen überraschend verlässliche Tage: die Kinder gingen gesund jeden Tag in Kindergarten und Schule, wir hielten alle Verabredungen ein – ein wirklich seltener Zustand für diese Jahreszeit.

Daher ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass es uns nun gestern doch endlich traf. Der Tag begann damit, dass Herr Mittelpunkt am frühen Morgen stöhnend in unser Schlafzimmer kam: „Mein Bauch tut so weh, Mama!“, und sich dann auf den Boden legte, um sich dort sichtlich leidend hin- und herzudrehen. Da die Sache nicht nach Blinddarm aussah (weder Schmerzen beim Loslassen noch eine angespannte Bauchmuskulatur), entschlossen wir uns erst einmal abzuwarten, wie sich das weiter entwickeln würde. Und siehe da, zwei Stunden nach dem Aufstehen war der Spuk vorbei. Eingebildet? Blähungen? Wer weiß. So hatte ich einen ungeplanten netten Vormittag mit meinem Sandwichkind, indem ich meine Pläne (zum Glück „nur“ Haushalt) über Bord warf und mit ihm Brettspiele und Playmobil spielte.

Der Friede währte aber nicht lang. Kurz vor Mittag klingelte das Telefon: Die Grundschulsekretärin bat mich, den Wissenschaftler früher abzuholen. Er sei beim Spielen gestürzt und habe sich die Hand verletzt. Also ab ins Auto, zehn Minuten fahren, Kind abholen. Und ja, der Arme hielt seine rechte Hand ganz steif und klagte über Schmerzen im kleinen Finger. Seltsamerweise war aber vor allem die Handkante ordentlich dick angeschwollen. Schnell noch das Trinchen aus ihrem Kindergarten abholen, dann zurück nach Hause für ein kurzes Mittagessen, bis die Arztpraxen nach der Mittagspause wieder öffnen – so der Plan.

Kaum zuhause, warf sich Herr Mittelpunkt auf einmal auf das Sofa und wand sich vor Bauchschmerzen. Ihm standen vor Schmerz sogar die Tränen in den Augen. Drei Kinder, zwei verschiedene Ärzte – Notruf an Papa. Der kam auch prompt nach Hause, übernahm den Wissenschaftler und fuhr mit ihm zum Orthopäden, während ich mit einem leichenblassen und jammernden Herrn Mittelpunkt und einem glücklicherweise völlig gutgelaunten Trinchen („Heute werde ich nicht gearztet, heute wirst du gearztet!“) ins Auto sprang und die Kinderärztin aufsuchte.

Die Ärztin bestätigte, dass unser Sohn keine Appendizitis hat. Sie schloss auch Scharlach und Lungenentzündung (die beide wohl oft mit heftigem Bauchweh einhergehen können) aus und tippte dann auf einen atypisch verlaufenen Magen-Darm-Infekt. Und siehe da: Kaum hatten wir uns verabschiedet und das Untersuchungszimmer verlassen, da rannte Herr Mittelpunkt bereits zur Toilette und erbrach sich. In diesem Moment war ich fast froh darüber, denn so wussten wir jetzt wenigstens den Grund für seine Beschwerden. In dieser Form hatte ich unseren guten alten „Bekannten“ Magen-Darm noch nie erlebt, aber man kann ja auch nach fast acht Jahren Muttersein noch Neues lernen!

Kurz danach kehrten auch Papa und der Wissenschaftler zurück: Nichts gebrochen, Hand bitte etwas schonen, zwei Wochen keinen Sport. Wie eigentlich fast immer, wenn man nach Unfällen einen Arzt aufsucht… eigentlich wär’s nicht nötig gewesen, aber wie soll man das vorher wissen…

Leider wirkten die von der Ärztin verschriebenen krampflösenden Tabletten bei Herrn Mittelpunkt gar nicht, so dass ich ihm mit Paracetamol helfen musste. Er hatte dann einen echt üblen Nachmittag, schlief aber die ganze Nacht durch und war heute Morgen wieder fit wie ein Turnschuh. Natürlich behielt ich ihn trotzdem zuhause und musste dafür mein ersehntes erstes Treffen mit meiner Beleghebamme verschieben…. Stattdessen also noch ein paar Runden Playmobildrachen, Diebe und Polizisten.

Dank der abgesagten Aktivitäten für heute hatten wir aber stattdessen einen ruhigen und sonnigen Nachmittag im Garten.

Nun hoffe ich sehr, dass sich keiner angesteckt hat…

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Nummer Vier schafft sich ein Plätzchen

Vier Jahre ist es schon her, dass ich das letzte Mal schwanger war – und so viele Gefühle und Erlebnisse dieser besonderen Lebensphase hatte ich schon vergessen. Umso schöner ist es jetzt, mich wieder darauf einlassen zu dürfen: wie ein neuer, kleiner, werdender Mensch Stück für Stück seinen Platz in unserer Familie findet.

Als ich Anfang Dezember nach nur einem „Versuch“ gleich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt, war ich zunächst einmal geschockt: Aus dem leisen Herzenswunsch, dem unser Verstand viele rationale Argumente entgegengesetzt hatte, war ganz plötzlich und schon beim ersten Versuch Realität geworden. Während sich Papa hoch vier sofort riesig freute, überwogen bei mir zunächst die Sorgen: Werden wir es schaffen, vier Kindern gerecht zu werden? Wie stemmen wir die Alltagslogistik – Kindergarten, Schule, Verabredungen, Sport, Musik, Arzttermine, Krankenhausaufenthalte? Wie machen wir das mit den Kinderzimmern? Brauchen wir ein neues Auto? Schaffen wir es auch mit Ende 30, wieder jahrelang mit wenig wenig Schlaf, dafür aber vielen Windelwechseln zurechtzukommen? Können wir vier Kindern ein schönes Leben ermöglichen?

Wir schienen uns gerade so richtig gut mit drei Kindern eingewöhnt zu haben: Trinchen war, wie man so schön sagt, „aus dem Gröbsten raus“. Seit über einem halben Jahr windelfrei, und erst seit wenigen Monaten eine kleine Durchschläferin. Zieht sich alleine an, keine Wickeltasche mehr, kein Kinderwagen – alles war so einfach geworden. Ich hatte angefangen, mich nach Jobs umzusehen, um nach vier Jahren zuhause langsam wieder einen Einstieg in „richtige Arbeit“ zu finden.

Und jetzt? Mit dem positiven Test in der Hand und der schon Tage später einsetzenden Übelkeit schienen die Gründe, warum wir uns ein viertes Kind gewünscht hatten, erst einmal weit weg gerückt zu sein, überlagert von den Sorgen und unbeantworteten Fragen.

Und dann begann es.

Der erste Ultraschall bei 6+2. Ein kleiner Punkt, nur Millimeter groß, aber mit pochendem Herzchen.

Erster Tag mit Umstandshose bei 9+5. Das letzte Mal hatte ich mich in diese Jeans mit Trinchen-9-Monats-Bauch gezwängt und sie danach sorgsam weggepackt – falls ich sie doch vielleicht noch einmal für eine weitere Schwangerschaft brauche… und jetzt darf ich sie tatsächlich wieder tragen!

Ultraschalltermin mit Papa bei 10+4: Aus dem kleinen Punkt ist ein strampelndes, winkendes, zappelndes, deutlich erkennbares Baby geworden. Unser Baby. Unser kleines Baby!

FA-Termin zum Abschluss des ersten Trimesters bei 12+2: Die kleine Maus ist fast doppelt so groß wie vor zwei Wochen und bewegt sich munter. Ich verlasse die Praxis voller Vorfreude – endlich können wir es den Kindern erzählen! Strahlendes Geschwisterglück.

Der Bauch wächst und rundet sich. Jeden Morgen und Abend liege ich auf dem Sofa und spüre nach Bewegungen, auch wenn es dafür noch zu früh ist. Melde dich, Baby, ich bin so neugierig auf deine kleinen Stupser!

13+3: Gerade noch rechtzeitig telefoniere ich der Empfehlung einer Freundin nach und buche eine Beleghebamme für die Entbindung. Nächste Woche werde ich sie treffen. Entbindung!! Erinnerungen an dreimal Wehen, Pressen und unbeschreibliches Glück werden wach.

13+4: Mein erster Kauf für Baby Nummer Vier: ein Stubenwagen. Leider hatten wir unseren eigenen nach dem dritten Kind verkauft, daher musste ein neuer her. Dem günstigen Angebot einer Online-Kleinanzeige konnte ich nicht widerstehen – jetzt steht ein wunderschöner Wagen in unserem Gästezimmer. Wie in der ersten Schwangerschaft auch schaue ich immer wieder hin – wenn alles gutgeht, wird darin bald unsere Maus liegen!

13+5: Wir sehen mit den Kindern zwei Stunden lang Fotos und Videos aus ihrer Babyzeit an. Wie groß sie geworden sind! Und wie unendlich schön, dass wir, wenn alles gutgeht, diesen Zauber der ersten Zeit noch ein weiteres Mal erleben dürfen!

Und auf einmal ist es wieder passiert.

Ganz leise hat dieser kleine, gerade mal zehn Zentimeter lange Mensch sich schon jetzt sein Plätzchen in unserer Familie geschaffen. Aus Sorge und Schreck in den ersten Schwangerschaftswochen ist zufriedenes Glück und ungeduldige Vorfreude geworden.

Sorgen? Vielleicht irgendwo im Hintergrund. Aber nun eher in der Art, wie man sich immer ein wenig Sorgen um das Wohl seiner Kinder macht, auch wenn sie schon lange auf der Welt sind. Sorgen, dass wir es nicht schaffen könnten – die gibt es nicht mehr.

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WMDEDGT? 2/14 – Tagebuchbloggen die Erste

Für mich ist es das allererste Mal „Tagebuchbloggen“, aber ich finde die Idee von Frau Brüllen total klasse. Also möchte ich mit ein wenig Verspätung anschließen und von meinem gestrigen Tag berichten!

Der 5. Februar 2014 beginnt um 6:25 mit der üblichen Routine: Wir stehen auf, wecken die Kinder, helfen Trinchen beim Anziehen und frühstücken alle gemeinsam. Schul- und Kindergarten-Brotdosen befüllen, Zähne putzen – und heute habe ich Glück, denn Papa übernimmt die Kindergarten-Bring-Logistik, und alle verlassen pünktlich um 8 Uhr das Haus. So habe ich Zeit, mich selbst anzuziehen und ein wenig im Haus aufzuräumen und zu putzen.

Um 10 Uhr kommt ein Maler zur Besichtigung für einen Kostenvoranschlag, da wir unser Treppenhaus streichen lassen möchten und dafür gerade Angebote einholen. Dach klingelt es an der Tür: meine erste Lieferung von Bringmirbio ist angekommen. Ich hatte die „Kunterbunte Kiste L“ bestellt und mich von Inhalt überraschen lassen. Ein bisschen wie Weihnachten, die leckeren Sachen auszupacken: Salat, Möhren, Avocado, Rote Bete, Lauch, Tomaten, Champignons, Weißkohl, Erdnüsse, Äpfel, Birnen, Orangen, Mandarinen… und alles ohne Schleppen und in guter Qualität. Eine echte Erleichterung für mich, denn wir wohnen etwas ländlich – da ist die Auswahl an Bioprodukten in der Nähe nicht ganz so hoch.

Danach geht es für zwei Stunden an den Schreibtisch, ein wenig arbeiten.

Spontan entscheide ich mich, zum Mittagessen gleich zwei der Gemüse aus der Biokiste zu verwerten und koche eine Lauch-Champignon-Pfanne. Da die Kinder heute mittag in den Kitas essen, kann ich meine Portion ganz ohne „Ich mag das aber gar nicht“ genießen – ein seltenes Vergnügen.

Gegen 14 Uhr beginnt die übliche Drei-Kind-Nachmittags-Logistik. Da wir vor einigen Monaten in einen anderen Ortsteil unserer Stadt gezogen sind, die Kinder bis zum Sommer aber noch im alten Ortsteil in Schule und Kindergarten gehen, läuft ohne Auto zurzeit gar nichts… also zehn Minuten fahren bis zu Kindergarten 1, wo Trinchen schon ungeduldig wartet. Sie ist heute zur Geburtstagsfeier einer ihrer kleinen Freundinnen eingeladen und freut sich schon seit Tagen darauf. Wir spazieren gemeinsam vom Kindergarten zum Haus der Freundin, und ich gebe ein strahlendes Mädchen ab.

Da die Sonne so schön scheint, lasse ich das Auto stehen und gehe die 1,5 Kilometer von Kindergarten 1 zu Kindergarten 2 zu Fuß. Dort hole ich Herrn Mittelpunkt ab („Warum kommst du denn so früh? Ich spiele gerade so schön!“). Da der Wissenschaftler heute noch eine Forschergruppe in der Schule besucht, die bis 17 Uhr geht, habe ich heute den Nachmittag alleine mit meinem Sandwichkind. Er wünscht sich einen Besuch in der Bücherei. Und das, obwohl er den Weg mit mir laufen muss. Laufen ist nicht seine Leidenschaft, aber für Bücher und CDs nimmt er die strapaziösen zehn Minuten dorthin auf sich. Wir verbringen über eine Stunde in der Bücherei. Als Kind habe ich die Bibliothek meiner Heimatstadt immer besonders gerne besucht, und ich freue mich jedes Mal, dass meine Kinder sich in dieser typischen nach altem Papier und Staub duftenden Ruhe ebenfalls gerne und lange aufhalten können. Mit einem Stapel Bücher und CDs kuschelt Herr Mittelpunkt sich in einen Sessel, und ich habe Gelegenheit, mir einmal selbst ein paar Bücher auszusuchen.

Gegen 16:30 spazieren wir im Sonnenuntergang zur Grundschule und holen den Wissenschaftler ab, der mir begeistert seine in der Forschergruppe gebastelte Powerpoint-Seite zum Thema „Seeigel“ vor die Nase hält und mir das Versprechen aus dem Kreuz leiert, „bitte bitte heute noch“ Einladungskarten für seine Geburtstagsfeier Anfang März zu kaufen. Also geht es die lange Strecke zurück zu Kindergarten 1 und dem dort geparkten Auto, dann in flotter Fahrt zum lokalen Spiel- und Schreibwarenladen, wo wir neben Einladungskarten auch noch einen Hefter für Herrn Mittelpunkts neu gestarteten Melodika-Unterricht kaufen.

Von dem ganzen Spazieren angenehm erschöpft, fahre ich mit den Jungs nach Hause. Wir haben Glück, heute kommt auch Papa verhältnismäßig früh nach Hause, und wir können um 18 Uhr gemeinsam zu Abend essen. Danach dürfen die Jungs eine Willi-will’s-wissen-DVD aus der Bücherei ansehen, während Papa das Trinchen von der Geburtstagsfeier abholen fährt.

Gegen 19:15 kommt die kleine Maus müde, aber strahlend nach Hause. „Mama, wir haben gespielt! Und gebastelt! Und Kuchen gegessen! Und ich hab eine Tüte mit einem Buch drin!“ Noch ein wenig darf sie das Ende der DVD mit anschauen, dann gehen die Kinder nach oben. Ausziehen, Zähneputzen, eine kleine Gutenachtgeschichte – und heute schlafen alle drei wie auf Knopfdruck ein.

Während Papa noch ein paar berufliche Mails schreibt, nutze ich die Zeit dazu, eine Facebook-Seite für diesen Blog zu erstellen und hoffe, dass sich irgendwann auch mal ein Leser dorthin verirrt 🙂

Doch auch wenn die schlimmste Schwangerschaftsübelkeit mittlerweile vorbei ist, wird mir abends meist immer noch recht flau im Magen, wenn ich müde werde. Das heißt im Klartext: Früh ins Bett. Manchmal zeigt einem der Körper eben ganz deutlich, was er braucht. Sonst bin ich meist eine Nachteule, die abends noch einmal einen Energieschub bekommt und sich meist zwingen muss, nicht zu spät zu Bett zu gehen. Aber seit Beginn der Schwangerschaft fordert der Körper seeeeehr deutlich sein Recht.

13+2 ist geschafft. Noch 26 Wochen und 5 Tage!