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Drei stolze große Geschwister-to-be!

Gestern hatte ich endlich den lang ersehnten ersten Ultraschall nach Ende der 12. SSW. Unser kleines Ü-Ei ist prächtig gewachsen und misst mittlerweile stolze 7,3 cm. Damit können wir nun das erste Trimester zufrieden abhaken und uns auf das hoffentlich baldige Ende der Übelkeit freuen.

Worauf wir uns aber noch viel mehr gefreut hatten, war der Moment, unseren drei Großen endlich von dem neuen Baby zu erzählen. Ich bin immer noch ein wenig erstaunt, dass sie nicht ein einziges Mal bemerkt hatten, dass mein Bauch schon seit zwei Wochen vor allem nachmittags und abends ordentlich rund ist – aber so genau gucken Kinder ihre Mamas ja nicht an.

Gestern Abend war es aber dann endlich soweit, das Geheimnis zu lüften. Ich stand auf, streckte den Bauch noch ein Stückchen weiter raus und wir fragten die drei, ob ihnen an mir nicht etwas auffiele.

Der Wissenschaftler studiert mich von Kopf bis Fuß. Etwas ratlos kommt die Frage: „Du hast einen neuen Pulli?“

Herr Mittelpunkt ist etwas schneller von Begriff. Mit einem Grinsen, so als sei es nur scherzhaft gemeint, fragt er : „Ist da ein Baby drin?“

Mama und Papa: „Ja, da ist ein kleines Baby drin!“

Zwei Sekunden ungläubiges Schweigen. Dann ein vorsichtiges Strahlen im Gesicht des Wissenschaftlers: „Ehrlich? Ist das kein Witz? Ist da wirklich ein Baby in deinem Bauch?“

Trinchens Augen leuchten. Sie springt auf und fasst ganz vorsichtig meinen Bauch an. „Da drin? Ist das noch ganz klein?“

Herr Mittelpunkt: „Cool!“

Und dann Fragen über Fragen über Fragen. Wie groß ist das Baby? Wann kommt es raus? Wie sieht es jetzt aus? Wieviel wächst es noch? Wir zeigen den Kindern ein Ultraschallfoto, und die Jungs erkennen den Umriss ihres neuen Geschwisterchens auf Anhieb. „Guck mal, der Kopf – es schaut nach rechts!“

Dreimal totale Freude. Ehrliche, ungetrübte und ungespielte Freude. Alle drei Kinder sind einfach nur glücklich, dass da ein Geschwisterchen kommt.

Heute Morgen galten ihre ersten Gedanken sofort wieder der großen Neuigkeit. Vor lauter Fragen und „Kann ich mal fühlen, vielleicht ist es in der Nacht ja gewachsen!“ kamen sie fast zu spät zu Schule und Kindergarten. Das Trinchen packte gleich ihr Lieblingsbuch („Ein Kind entsteht“, ein Fotoband über die Entwicklung eines Babys im Mutterleib) in den Rucksack, um die Neuigkeit auch adäquat illustrieren zu können.

In solchen Momenten verfliegen alle Sorgen, die wir Eltern uns im Vorfeld bezüglich unserer „Großfamilie“ gemacht hatten. Das Kleine ist nur ein paar Zentimeter groß, aber jetzt gehört es für uns alle bereits fest zu uns.

Wir mit Vier.

Familienglück.

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Vom Pieks, der seinen Schrecken verlor

Heute hatte das Trinchen nach fünf Wochen Alltag wieder einen Kontrolltermin bei ihrem Rheumatologen in der Kinderklinik. Nach dem letzten Rheumaschub im Oktober, der ihr ein entzündetes Sprunggelenk und eine Schleimbeutelentzündung im Knie beschert hatte, hatten wir die Dosis ihrer Medikamente erhöhen müssen und waren nun gespannt,

  • ob die höhere Dosis des Immunsuppressivums weiterhin keine Nebenwirkungen verursacht hat, und
  • ob die Gelenke nach der letzten stationären Punktion noch immer Ruhe geben.

Für das Trinchen sind diese Termine schon seit zwei Jahren Routine. Sie laufen immer gleich ab: Der Arzt untersucht freundlich und spielerisch, aber gründlich die Beweglichkeit jedes einzelnen Gelenks, vom Kiefer bis zu den Zehen. Dann heißt es ausziehen, auf die Liege legen und geduldig bei der ungefähr zehnminütigen Ultraschalluntersuchung stillhalten. Trinchen genoss wie immer das Ultraschallgel und verteilte es großzügig („Das ist schöne Creme, Mama!“) auf ihren Armen und Beinen. Mittlerweile ist sie ein großes Mädchen und macht das alles ganz alleine – früher hatte ich alle Hände voll zu tun, sie auf der Liege stillzuhalten und abzulenken.

Glücklicherweise fanden sich keine neuen Entzündungen, und alle Gelenke waren super beweglich.

Im Anschluss kam dann der Teil des Termins, der in letzter Zeit zunehmend schwieriger für sie geworden war: die Blutentnahme. Ohne diese geht es leider nicht, denn es müssen Entzündungswerte, Leber- und Nierenparameter kontrolliert werden. In den ersten eineinhalb Jahren ihrer Erkrankung hatte sie diese unangenehme Prozedur meist ohne ein Jammern über sich ergehen lassen, höchstens beim Pieks einmal kurz gequietscht und sich sofort wieder beruhigt. In den letzten Monaten jedoch hat sie beim Eintreten der Schwester, die bei der Entnahme assistiert, aus Angst jedes Mal angefangen zu weinen. Ja, ich weiß, ein bisschen Weinen ist eigentlich keine große Sache, wird vielleicht mancher sagen. Aber wenn man weiß, dass die ständige Piekserei wohl noch sehr lange zu ihrem Alltag gehören wird, dann fällt es besonders schwer, ihr das immer wieder „anzutun“.

Aber heute war es endlich wieder anders. Als die Ultraschalluntersuchung fertig war, sah das Trinchen den Arzt fragend an: „Kommt jetzt die Frau für das Blut?“ (die Schwester, die bei den Blutentnahmen assistiert)

Geschickt antwortete er mit einer Gegenfrage: „Sollen wir das jetzt schnell machen?“

Trinchen nickte ernsthaft, drehte sich zu mir um und erklärte: „Heute weine ich nicht, Mama, okay?“

Und sie zog es durch. Ernst, aber tapfer wühlte sie mit der freien Hand in der Belohnungs-Spielzeug-Aussuch-Kiste, während am anderen Arm die übliche Suche nach der passenden Vene stattfand. Danach leuchtete der Stolz aus ihren Augen. „Ab jetzt weine ich nie mehr, Mama!“

Und mit einem fröhlichen Winken verabschiedete sie sich von allen.

So stolz auf unsere kleine Maus.

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Kuschelzeit am Winterwochenende

Heute ist das erste richtig kalte Winterwochenende bei uns im Norden, aber zum Leidwesen der Kinder reicht der Schnee noch nicht zum Schlittenfahren oder Schneemannbauen. Bei minus acht Grad und starkem Wind haben wir es auch nur einen kurzen Spaziergang lang draußen ausgehalten, seitdem ist der Ofen an und wir genießen den Rest des Tages daheim. Nach dem Trubel der Woche mit vielen Terminen, Spielverabredungen und der üblichen Kindergarten-Schule-Sport-Musik-Arzt-Logistik tut das uns allen gut.

Winterwochenenden mit kleinen Kindern haben ja immer ein gewisses Risikopotenzial. So ein Tag ohne Kindergarten kann manchmal gaaaaanz schön lang werden, vor allem als die Kinder kleiner waren und ständig von uns beschäftigt werden wollten, während wir Eltern uns auch mal nach Ruhe und einem guten Buch auf der Couch sehnten. Dass Papa auch öfter am Wochenende arbeiten musste, hat das Ganze nicht einfacher gemacht. Manchmal war es mit zwei Kleinkindern und einem kleinen Säugling schon eine riesengroße Herausforderung, eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu bringen. Und während ich das Trinchen stillte, konnte ich mich eigentlich darauf verlassen, dass die großen Brüder in der Zeit eben NICHT lieb spielten, sondern sich entweder stritten oder ihre Legosteine im ganzen Haus verteilten.

Mittlerweile ist alles viel, viel leichter geworden. Den Wissenschaftler und seinen Bruder habe ich jetzt schon fast zwei Stunden nicht mehr gesehen. Sie sind nach dem Mittagessen in einem Kinderzimmer verschwunden und spielen dort mit ihren Schleich-Tieren, die zwischen „großen Naschi-Bergen“ (ihren gefalteten Bettdecken) Abenteuer mit Dinosauriern, Raumschiffen und Drachen erleben.

Das Trinchen sitzt an mich gekuschelt auf dem Sofa und blättert zum hundertsten Mal in ihrem aktuellen Lieblingsbuch, dem Fotoband „Ein Kind entsteht“ mit wunderschönen Bildern der Entwicklung eines Kindes im Mutterleib. Fast jedes Foto kommentiert sie mit „So war ich auch mal, Mama, oder?“

Dabei kribbelt in meinem eigenen Mutterleib schon die Vorfreude: In einer Woche wollen wir ihr und ihren Brüdern endlich von dem neuen Geschwisterchen erzählen, das nun seit fast zwölf Wochen in meinem Bauch heranwächst. Donnerstag habe ich noch einmal einen Ultraschalltermin bei meiner Frauenärztin, und abends kommt er dann, der große Moment. Obwohl es unser viertes Kind sein wird, ist es für uns trotzdem etwas Besonderes, denn beim zweiten und dritten Kind waren die älteren Geschwister jeweils entweder zu jung oder zu uninteressiert, um die Schwangerschaft wirklich zu verstehen.

Dieses Mal ist es anders. Der Wissenschaftler wird schon bald acht Jahre alt und antwortete letztens auf die Frage, ob er gerne noch weitere Geschwister hätte:„Wäre doch cool, wenn wir mehr Kinder in der Familie sind, dann hätten wir ja auch mehr Spielkameraden zuhause, Mama“. Herr Mittelpunkt wünscht sich schon seit langem „noch zwei Schwestern und einen Bruder, ja?“, und das Trinchen freut sich über ein „echtes Baby“ zu ihrem Geburtstag ganz bestimmt.

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Kontaminierte Gummibärchen und mitleidige Blicke

Heute durfte ich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: Mit drei Kindern zum Arzt. Leider nicht zum Kinderarzt… dort warten ja viele Spielsachen, verständnisvolle Arzthelferinnen und neben meinen eigenen auch andere Quellen lauten Geschreis Kinder, so dass ein Besuch dort eigentlich meist recht locker abläuft.

Nein, dieses Mal suchte ich mit meiner Bande eine elegante Hautarztpraxis heim. Die Spielverabredung für Herrn Mittelpunkt und das Trinchen war kurzfristig geplatzt, so dass sie ihren großen Bruder zu seinem Termin begleiten mussten. Mit großen Augen versprachen mir die drei noch draußen vor der Praxis, drinnen auch „gaaaanz lieb“ zu sein. Dermaßen motiviert, trat ich mit ihnen ein.

Während wir noch am Tresen anstanden, verkündete das Trinchen auch schon: „Ich muss Pipi machen!“. Also schnell Jacken aus und mit allen Kindern auf die Toilette – das hat wenigstens den Vorteil, dass man weniger Zeit im Wartezimmer verbringen muss. Ein Blick aus dem Augenwinkel hatte mir gezeigt, dass dort nur einzelne, ruhig lesende Erwachsene saßen.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Kaum im Wartezimmer angekommen, begannen sich meine beiden verlässlichen Streithähne (Trinchen und Herr Mittelpunkt) laut um einen ganz bestimmten Stuhl zu streiten („Ich war hier zuerst!“ – „Nein, ich!“ – „Aber ich bin größer!“ – „Und ich hab Zöpfe!“). Sämtliche zunächst mit freundlicher, dann sehr bestimmter Stimme geäußerten Schlichtungsversuche prallten wirkungslos an den beiden ab, so dass ich das Trinchen auf meinen Schoß zwingen musste. Dies quittierte sie unter den teils mitleidigen, teils amüsierten Blicken der Mitwartenden auch umgehend mit einem durchdringenden „Mama, du bist blöd!“, was den Zuschauern wohl endgültig die Zweifel an der mangelnden Erziehung meiner Kinder nahm. Da weder Kinderbücher noch kindgerechte Zeitschriften aufzutreiben waren, durften die drei mit meinem einen Iphone spielen. Drei Kinder, ein Iphone. „Ich bin dran!“ – „Du warst vorhin aber länger!“ – „Ich will jetzt auch mal, Mama!“ Wenigstens sank die Lautstärke nun etwas, und die Mitwartenden widmeten sich wieder ihrer Lektüre.

Ungefähr zehn Stunden Minuten später wurden wir endlich aufgerufen. Während ich versuchte, mit der Ärztin ein kurzes Anamnesegespräch zu führen (der Wissenschaftler hat hartnäckige Warzen unter den Zehen, die sich allen Selbsttherapieversuchen widersetzen und ihn beim Laufen stören), hielt ich mit einer Hand das Trinchen davon ab, sich auf den Stuhl neben mir zu stellen und zischte Herrn Mittelpunkt zu, nicht zu seinem Bruder auf die Liege zu klettern.

Anschließend durften wir in einem Behandlungsraum noch eine Ewigkeit auf eine Arzthelferin warten, die die Abtragung und Vereisung durchführen sollte. Und wieder einmal war ich erstaunt, mit wie viel Kreativität mein Nachwuchs selbst in engsten Räumen ungeeignete Spielsachen findet: der Wissenschaftler und das Trinchen erkundeten hingebungsvoll einen Mülleimer, der zugegebenermaßen einen interessanten Öffnungsmechanismus hatte, aber dennoch mit ekligen Pflastern und Tupfern der vorher Behandelten gefüllt war. Während ich die beiden davon abhielt, ihn weiter anzufassen, hatte Herr Mittelpunkt auch schon eine Armstütze eines Behandlungsstuhls abgeschraubt. Es half auch nicht, dass der Behandlungsraum mehrere nur durch Stellwände abgeteilte Behandlungsstühle besaß, auf denen teilweise auch Leute warteten oder behandelt wurden, und die die Audioversion unseres Theaters live mitbekamen. Wer lauter war – die kichernden Kinder oder die zurechtweisende Mama, kann ich Gottseidank nicht beurteilen.

Doch auch der quälendste Termin naht irgendwann seinem Ende. Erstbehandlung geschafft. Auf die rhetorische Frage „Möchten die Kinder noch Gummibärchen?“ folgten strahlende Kinderaugen und glückliches Kauen – bis das erste rote Tierchen aus einer speckigen kleinen Hand hinunterfiel und ich Trinchen gerade noch daran hindern konnte, es vom Boden einer Arztpraxis (igitt!) aufzulesen und wieder in den Mund zu stecken.

Mit welchem Schreipegel wir die Praxis dann verließen, kann man sich ausmalen.

Ich freue mich schon auf den Kontrolltermin!

 

 

 

 

 

 

 

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Werden wir jetzt zur offiziellen Großfamilie?

Auch wenn ich wegen der ständigen Übelkeit zwischenzeitlich das Gefühl hatte, das erste Drittel dieser vierten Schwangerschaft ginge nie vorbei, so naht langsam das Ende der 12. Woche. Kommende Woche werden wir es endlich unseren drei Großen erzählen und freuen uns schon sehr auf ihre Gesichter!

Das Trinchen hat da wohl schon eine Vorahnung. Ständig streicht sie um mich herum und fragt Dinge wie „Was isst ein Baby denn in Mamas Bauch? In welchem Bauch warst du, als du ein Baby warst? Warum schreien Babys, wenn sie rauskommen?“ und möchte ständig Fotos aus ihrer eigenen Babyzeit anschauen.

Besonders gespannt bin ich aber auf die Reaktionen unserer Freunde und Bekannten. Wir werden in unserem unmittelbaren Umkreis die einzige Familie mit vier Kindern sein. Hier in der norddeutschen Provinz fällt man schon auf, wenn man drei Kinder hat, aber daran haben wir uns in den vergangenen dreieinhalb Jahren schon gewöhnt. Mit vier Kindern fallen wir dann wohl komplett aus dem Rahmen… dabei sind wir selbst sehr optimistisch, was unseren wachsenden Familientrubel anbelangt. Trotzdem kann man sich irgendwie von der Meinung „der anderen“ nicht freimachen…

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Hallo Blogosphäre, hier bin ich.

Es ist soweit: Heute schreibe ich den allerersten Blog-Post meines Lebens.

Aber warum?

Als Mama von drei wunderbaren Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter und einer zurzeit ungefähr fünf Zentimeter großen „Nummer Vier“ im Bauch suche ich einen Platz, an dem ich meine Gedanken und Ansichten festhalten und mich mit anderen über die vielen Themen austauschen kann, die das Leben als Familie so mit sich bringt.

In themenbezogenen Schwangerschaftsforen (mit Hibblerinnen, UHUs, ET-Pieps etc.) habe ich mich bei jeder meiner Schwangerschaften sehr wohl gefühlt.

Jetzt wird’s mal eine Nummer größer. Wenn auch das Layout noch zu wünschen übrig lässt und ich die Feinheiten noch nicht ganz durchschaue: Herzlich Willkommen bei „Wir mit (fast) Vier“!